🌿 Roots: Eine Suche nach Identität durch Klang

🌿 Roots: Eine Suche nach Identität durch Klang

May 24, 2026

Jetzt erhältlich — 24. Mai 2026


Es gibt einen Moment in jedem kreativen Prozess, in dem man aufhört, etwas zu bauen, und erkennt, dass dieses Etwas einen selbst gebaut hat. Roots ist das Album, das aus dieser Erkenntnis entstand.

Seit einiger Zeit mache ich allein in Montreal Musik — späte Nächte, geschichtete Grooves, Melodiefragmente, die aus dem Nichts auftauchen und sich weigern zu gehen. Kein Label-Briefing, kein Veröffentlichungskalender, keine Zielgruppe im Kopf. Nur Experimentieren, Instinkt und die hartnäckige Frage: Wie klingt meine Musik eigentlich, wenn ich aufhöre zu versuchen, sie nach etwas anderem klingen zu lassen?

Die Antwort war wunderschön chaotisch. Jazz, der nicht stillsitzt. Funk-Rhythmen, die mit elektronischen Texturen kollidieren. Weltmusik-Einflüsse, die in cinematische Atmosphären driften. Gebrochene Übertragungen, schwebende Melodien, tiefe Basslinien und Grooves, die sich ständig verändern. Irgendwann im Prozess habe ich auch angefangen, mehr Bassgitarre zu spielen — und das hat das Gefühl des Albums komplett verändert. Die Tiefen wurden lebendiger, physischer, menschlicher.

Das ist Roots geworden: zehn Tracks, geformt von Instinkt statt von Regeln.

Digitales Album kaufen — $9 CAD

#Die Samen

Das Album begann einfach — Hände auf den Tasten, Experimentieren, den Grooves folgen, wohin sie wollten. „DMBO," der Eröffnungstrack, wuchs aus einem hypnotischen Bassrhythmus, der sich in meinem Kopf wiederholte. Der Groove wurde zur Grundlage für geschichtete Texturen, cinematische Atmosphären, fragmentierte Percussion und Melodien, die aus verschiedenen Ecken meiner Einflüsse zogen.

Von dort an folgte jeder Track seiner eigenen Schwerkraft.

„Chinese Moon" kam wie ein nächtlicher Spaziergang durch Neonreflexionen und Erinnerung — ruhig, schwebend, fast traumhaft.

„Pari" ging in die völlig entgegengesetzte Richtung. Rhythmisch, erdig und tanzbar, wurde der Track von ägyptischen Nil-Darbuka-Grooves und hypnotischen pulsbasierten Rhythmen inspiriert. Er trägt Bewegung in seinem Zentrum — etwas zwischen Ritual, Feier und Trance. Der Beat drängt weiter vorwärts, während die Melodien darüber schweben und einen Kontrast erzeugen, zu dem ich während der Aufnahme immer wieder zurückkehrte.

#Das Chaos in der Mitte

Wenn die Eröffnungstracks die Atmosphäre etablieren, ist die Mitte des Albums der Ort, an dem die Dinge instabil werden.

„Drunk Monk" ist synkopiertes Chaos mit Herzschlag — roh, unvollkommen, absichtlich locker. Ich wollte, dass der Groove sich lebendig anfühlt statt poliert.

„Interrupted Live Feed" erkundet etwas Kälteres und Seltsameres: glitchige Texturen, gebrochene Signale, Klänge, die sich anfühlen, als würden sie um 3 Uhr morgens halb aus einem anderen Raum übertragen. Es ist wahrscheinlich das am wenigsten traditionelle Stück auf dem Album, und genau deshalb gehört es dorthin.

„Hunt" bewegt sich unaufhaltsam vorwärts. „Get The Pieces" fühlt sich wie das Danach an — der Versuch, aus Fragmenten wieder aufzubauen. Ich habe diesen emotionalen Bogen nicht bewusst geplant, aber beim Zurückhören war er bereits da: Spannung, Zusammenbruch, Wiederaufbau.

#ZurĂĽcksinken

Das Album schließt mit „Low Layers," der zu einem der persönlichsten Tracks der Platte wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bassgitarre begonnen, eine größere Rolle in meinem Prozess einzunehmen, und die Tiefen dieses Stücks werden vollständig mit übereinander geschichteten Bassgitarrenparts gespielt, um Tiefe und Bewegung zu erzeugen. Der Track sinkt langsam ab — untergetauchte Rhythmen, tiefe Texturen, versteckte Melodien, die unter der Oberfläche leben.

Wenn der erste Track eine Tür öffnet, zieht der letzte alles zurück in den Untergrund.

Der Titel Roots kam spät im Prozess, aber als er auftauchte, verband sich plötzlich alles. Diese Tracks greifen nicht nach außen — sie greifen nach unten. In Einflüsse, die über Jahre aufgesogen wurden, ohne sie vollständig zu benennen. In Rhythmen, die sich eher vererbt als erlernt anfühlen. In Klänge, die irgendwo in meinen Händen existierten, lange bevor ich verstand, woher sie kamen.

#Das Cover

Das Artwork — Wurzeln verflochten mit Audiokabeln unter dunkler Erde — fühlte sich bereits wie die These des Albums an, bevor ich es überhaupt realisierte. Das Organische und das Elektronische miteinander verworren, unmöglich zu trennen. Musik als etwas, das man pflanzt. Etwas Vergrabenes. Etwas Wiederentdecktes.

#Was dieses Album ist

Roots ist ein Jazz-Fusion-Album, aber nur in dem Sinne, dass es Welten fusioniert. Funk, Ambient, elektronische Texturen, cinematische Stimmungen, Weltrhythmen, Improvisation und groovegetriebene Experimentierung koexistieren darin.

Kein Gesang. Keine Features. Kein Versuch, in ein Genre zu passen.

Einfach zehn Tracks, dreiĂźig Minuten und der Klang des Instinkts, wohin er auch fĂĽhrt.


#Trackliste


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Jazz. Funk. Elektronik. World Fusion. Instrumentalmusik für nächtliche Straßen, ferne Erinnerungen und imaginierte Filme.


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